Mittwoch, 7. August 2013

Angst Tagebuch#031

Ich wache auf und bin verwirrt.
Es war wieder nur ein Traum. Meine Träume sind manchmal sehr real. Zumindest dann, wenn ich von einem normalen Leben träume. Meist bin ich zwar noch voll von meinen gewohnten Ängsten aber ich habe irgendwo ein kleinen Job und treffe alte Freunde mot denen ich wegfahren kann oder zur Schule gehe.
Doch in dem Moment in dem ich aufwache zerbricht alles wieder. Genau dann schießt meine Anspannung von 0 auf 60 weil ich dann direkt im Nachhinein daran denke, was mir in den Momenten hätte passieren können.
Ich wache jeden Morgen so auf und habe direkt Angst. Angst vorm Leben und allem was es beinhaltet und ich bin froh, dass ich dann meist eine Stunde Ruhe für mich habe und alles auf mich wirken lassen kann.
Die letzten Tage sind wieder etwas schwerer da ich wieder seit längerem stärkere Panikattacken bekomme. Meist durch überfüllten Magen (zu viel trinken durch die Hitze) oder durch einen verschleimten Hals...
Ich habe wieder verstärkt die Angst zu ersticken. Hoffentlich lässt es bald wieder nach.
Zum Hals habe ich eine Theorie. Ich trinke am Tag eine kleine Flasche Pepsi, da ich meine Medikamente (Tropfen) mit Flüssigkeit einnehmen muss und ich tippe darauf, dass der Zucker das Gefühl im Hals verursacht.
Da das Medikament aber zum Großteil auch aus Alkohol besteht ist es abartig das mit Wasser einzunehmen...
Werde wohl auf lange Sicht ein neues Getränk suchen müssen,  womit ich das Antidepressivum einnehmen kann.

Dienstag, 30. Juli 2013

Hört hört

Nachdem der jetzige Vermieter mich dazu bringen wollte meinen Hund wegzugeben hatte ich ganz stark das Vertrauen in die Menschen verloren.
Warum fordert man sowas?
Diese und ähnliche Fragen schossen mir seit dem durch den Kopf.
Wir haben uns sehr intensiv auf Wohnungssuche begeben und sogar tatsächlich eine gefunden!!!
Ich war überrascht aber es gibt scheinbar doch noch Vermieter da draußen denen nicht nur das eigene Wohl am Herzen liegt sondern auch das der anderen.
Wir werden aus der Stadt raus ziehen und in eine nette 4ZKB Wohnung in einen kleinen Ort ziehen in der mein Hund sogar sehr erwünscht ist.
Sollte alles nach genauer Planung verlaufen ziehen wir am 1.10 dort ein. Ich bin gespannt ob das alles so reibungslos funktioniert wie erhofft.
Als die Zusage kam, merkte ich direkt wie die Anspannung von einem Grundpegel 7 auf eine 4   ist. (Skala 1-10)
Hoffentlich gehts es mir dadurch die Tage wieder etwas besser und mein Umfeld muss nicht mehr so unter meiner miesen Laune leiden.

Samstag, 20. Juli 2013

one man's pain is the next one's pleasure

Man benimmt sich, bemüht sich nichts falsch zu machen und will sein Kharma rein halten und alles was man erhält sind Arschtritte und Nackenschläge.
Wenn man eins so früh wie möglich lernen muss, dann ist es das, dass man es nie allen recht machen kann.
Ich versuche mir seit Monaten den Arsch aufzureißen um ein anständiges Leben auf die Reihe zu bekommen und Undank ist der Welten Lohn. Ich darf mein ganzes "Territorium" was ich mir erkämpft habe und was einfach ideal für mich, meine Freundin, meinen Freund aus Kindertagen und Janka ist aufgeben eben WEIL ICH EINEN HUND HABE!?
Das Leben ist in der Hinsicht unfair. Ich werde dafür bestraft, dass ich mich um das Tier kümmer, regelmäßig mit ihr draußen bin und in ihr einen Lebenspartner gefunden habe...
Warum sind Menschen so und verbieten so ein Zusammenleben???

Sonntag, 14. Juli 2013

Trying not to be worthless

Ich versuche trotz meiner Krankheit und meinen Einschränkungen ein nicht ganz so verbittertes Leben zu führen.
Viele fragen sich oder andere nach dem Sinn des Lebens. Ich denke diesen Sinn bestimmt man sich selbst.
Ich möchte meinem Leben dem Sinn verleihen, anderen zu helfen, zur Seite zu stehen und nicht vergessen zu werden.
Das ist mein Lebensweg.
Schließlich steckt in mir trotz aller Probleme einiges an Potential, was sonst nur vergeudetes Talent wäre.
Ich möchte viel weitergeben können. Zumindest das, wozu ich fähig bin es weiter zu geben.

Montag, 8. Juli 2013

Ruhig Blut

Jeder kennt den Satz "Der ist kein guter Umgang für dich!" oder "Der hat einen schlechten Einfluss auf dich!"
Doch was genau ist ein schlechter Umgang oder wie sehr beeinflussen uns die Menschen, mit denen wir zu tun haben?
Am stärksten ist meiner Meinung nach der Einfluss von Frauen auf Männer. Besonders, wenn diese sich in einer Beziehung befinden.
Nehmen wir zum Beispiel einen Freund von mir.
Solange er Single ist, kann man oft und viel mit ihm unternehmen und Spaß haben. Doch sobald er eine Freundin hat, wirkt er wie ausgewechselt und macht sich mehr als rar.
Doch ist es ein schlechter Einfluss? Ich bin mir nicht sicher.
Wenn ich es mir so richtig überlege nicht.
Wer würde nicht viel mit seiner Freundin unternehmen und dabei noch ein gutes Paar abgeben wollen?
Doch es gibt auch noch eine sehr schlimmere Version dieses "Beziehungsphänomens"...
Zum Beispiel, wenn einem der Partner verbietet gewisse Personen zu treffen oder diese schlecht redet obwohl man sich eigentlich gut versteht.
Am schlimmsten ist es jedoch es von außen betrachten zu müssen und nichts dagegen tun zu können...
Man gewöhnt sich daran als Arsch oder Idiot dargestellt zu werden und schweigt um andere nicht in Probleme zu verwickeln.
In letzter Zeit kommt sehr viel zusammen und ich schlucke das, was ich eigentlich raus schreien möchte aber für das Wohl der Allgemeinheit bin ich ruhig und fresse alles in mich hinein.
Ich bin gespannt was mich die kommende Woche erwartet.
Ich hoffe ich kann ein paar Probleme lösen oder mich damit abfinden, dass ich bei dem ein oder anderen nicht mehr erwünscht bin.
Es belastet mich sehr, dass man mir gerade so viel nachredet oder so tut als wäre ich ein Parasit der Gesellschaft.
Das Fass steht einfach kurz davor über zu laufen und ich weiß nicht ob ich in der Lage bin, diesen Gefühlsstand weiterhin zu kontrollieren.
Selbstkontrolle ist alles was mich gerade über Wasser hält und vor allem ruhig stellt.
Es fühlt sich so an als ob ich mich selbst in einen Käfig sperre um keinen Schaden anrichten zu können.
Das Käfigschloss scheint aber nicht ganz fest verschlossen zu sein...

Dienstag, 25. Juni 2013

Probleme über Probleme

Die meisten "sozialen" Probleme treten meist dann auf, wenn sich irgendwer nicht traut die eigene Meinung zu äußern und sich dann dieses Unwohlsein(?) über Tage oder sogar Wochen aufstaut und sich immer und immer mehr ansammelt, bis eine Kleinigkeit dieses Fass zum Überlaufen bringt.
Doch was bringt unsere Gesellschaft dazu, sich nicht zu trauen die eigene Meinung zu äußern?
Ich denke, dass es dadurch kommt, dass viele "Freunde" wegen Kleinkram dann so eingeschnappt sind und sich dann so verhalten als hätte man deren ganzen Familienbaum ausgelöscht.
In den letzten 2 Wochen scheint es ein vermehrtes Phänomen zu sein, dass mein Umfeld wegen Bullshit vollkommen ausrastet und nicht die nötigen Eier hat einfach mal von vornherein die eigene Meinung zu vertreten.
Der Leidtragende bin demnach zur Zeit ich.
Probleme in der Familie und Probleme mit Freunden führen zu chronischer mieser Laune und dies führt zu unnötigen Diskussionen und kleinen Streitereien mit meiner Freundin.
Während ich versuche eine Lösung für die scheiß Situation zu finden, wächst das Bedürfnis nach Isolation.
Morgens aufstehen, Musik auf die Ohren und die Welt um mich herum untergehen lassen wäre gerade mehr als nur ein Wunsch...
Vielleicht muss ich einfach einiges hinter mir lassen um diese Störfaktoren komplett zu verhindern.
Ich fange an zu zweifeln ob mein Umfeld überhaupt irgendwann ehrlich zu mir ist, wenn man mir ständig in's Gesicht sagt, dass alles ok ist und sobald ich mich umdrehe wird das Gegenteil behauptet. Es beschäftigt mich gerade sehr und lässt mich unruhig schlafen.
Doch wenn man es klären will, wird einem das Gefühl vermittelt, dass die andere Partei scheinbar kein Interesse daran hat...
Mal schauen was die nächsten Tage so ergeben.

Montag, 3. Juni 2013

Angst Tagebuch#030

Es war die schlimmste Woche bisher.
Meine Eltern sind letzten Montag nach Holland gefahren und machten dort Urlaub bis Freitag.
Somit fiel mein sicherstes Fangnetz für mich aus. Aber Gott sei Dank, dass meine Freundin viel Zeit für mich hat und sich um mich kümmern konnte.
Dachte ich zumindest...
Am Dienstag änderte sich aber plötzlich ALLES. Meine Freundin wurde von der Arbeit nach Hause geschickt und ich wurde damit beauftragt sie in's Krankenhaus zu fahren wegen Herzstichen und Kurzatmigkeit.
Obwohl ich keinen Führerschein hatte, habe ich sie auf den Roller gesetzt und sie dann zur Notfallambulanz gebracht.
Wir wurden nach einem kurzen EKG erstmal wieder nach Hause geschickt mit den Worten: "Ist schon nichts schlimmes."
Die Nacht darauf wurde es immer und immer schlimmer bei ihr und wir sind dann den Mittwochabend wieder in's Krankenhaus. Dieses mal wurden wir von Arthur (Mitbewohner) hingefahren.
Ein paar EKG Streifen, Blutentnahmen und langweiligen Wortwitzen stand dann fest, dass sie über Nacht bleiben sollte.
Ich wurde sehr stark nervös, da ich somit so gut wie alleine zuhause bin und meine festen Bezugspersonen ALLE nicht erreichbar waren.
Ich musste mir jede kleine Option frei halten, die mir minimale Sicherheit gewährleisten könnte.
Meine Tante wurde gefragt, ob sie für telefonische Notfälle erreichbar wäre, Markus konnte mich am Donnerstag abholen, sodass ich nicht all zu alleine bin und ich dann weniger Stress habe. Es war nämlich eigentlich ein Gamerwochenende mit den Gildenleuten geplant und er hat mich dann schon mal einen Tag vorher zu sich geholt um mich abzulenken.
Hat mir richtig den Arsch gerettet!
Ich habe in der gesamten Zeit meine Bedürfnisse auf ein Minimum beschränkt. So gut wie nichts essen, wenig trinken und möglichst unangenehme Gerüche vermeiden. 
Wenn ich meinen Körperbefinden nicht verändere, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Panikattacke eintrifft.
Am Samstag wurde meine Freundin dann doch aus dem mehr oder weniger kompetenten Krankenhaus entlassen und ich war etwas erleichtert, da sie zu Markus nachkommen wollte und mich dann am Sonntag wieder mit nach Hause nehmen wollte.
Doch so leicht war der Samstag dann auch wieder nicht, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Sie kam erst im späten Nachmittagsbereich und der Schleim in meinem Hals machte mir den ganzen Tag zu schaffen.
Um den Hals nicht noch weiter zu belasten habe ich nicht gefrühstückt und auch nur Wasser in kleinen Mengen getrunken. Ich stellte mich unter die Dusche und habe mich vorerst mit eiskaltem Wasser abgeduscht um mich nicht gedanklich auf den Super GAU vorzubereiten. Dann das Wasser Stück für Stück wärmer gemacht um den Temperaturwechsel zu spüren. 
Das schöne an der warmen/heißen Dusche ist, dass der Schleim sich im Hals löst und ich ihn dann ausspucken kann, da mein ganzer Mund- und Halsraum komplett "feucht" *hihi* ist.
Am Abend haben wir uns mehr oder weniger dafür entschieden in's Kino zu gehen. Es war eher ein Vorschlagen von jemanden und jemand anders hat zugestimmt. Also haben diese 2 begeistert die Aktivität der 7 köpfigen Gruppe bestimmt :D.
An sich ja völlig ok, dass wir dann auch rausgehen und was machen. Nur für mich war es dann wieder ein Beklemmungsgefühl im Kino. 1 1/2 h dazu verpflichtet einen Film zu sehen. Ich kann nicht einfach raus, das Fenster aufmachen oder sonst wie reagieren, sollte Panik ausbrechen.
Die einzige Möglichkeit, die mir blieb, war pures unterdrücken. Jegliches Gefühl von Unsicherheit und Angst wurde direkt mit Wut und Zorn unterdrückt.
Eine sehr effektive Methode. Auch bekannt als Zweischneidiges Schwert. Es funktioniert zwar gut die Angst zu unterdrücken und sich auf ein anderes Gefühl zu konzentrieren, aber dieses Gefühl nährt sich von Wut, Zorn und Hass und wird größer. Von Sekunde zu Sekunde spüre ich Mr Hyde wachsen und ich fühle mich anders als sonst.
Das Gefühl ist selbst jetzt noch da und ich weiß nicht wie ich es wieder so schnell los werde, da gute Grundnahrung bereits in den Wochen davor gesammelt wurde.
Es fing damit an, dass ich wieder weniger mit anderen Menschen in einem Raum sein konnte und dass Unterhaltungen von Gesicht zu Gesicht unangenehm und anstrengend wurden.
Noch viel unangenehmer wurde es, wenn man mich darauf auch noch in dieser Situation angesprochen hat und versuchte es zu verstehen.
Dabei gibt es eine einfache Erklärung:
Menschen sind scheiße und man darf ihnen nicht trauen, wenn sie dir nicht direkt sagen, was sie an dir scheiße finden.
Die einzigen Personen die ich akzeptieren kann und wo ich nichts schlechtes dran finde, sind die, die nichts von mir haben können und mich dennoch kritisieren und danach normal mit mir umgehen können.
Seit ich Sonntag mittag wieder mit meiner Freundin zuhause bin stürzt die ganze Belastung der letzten Woche auf einmal auf mich ein und ich fühle mich dreckig. Nicht so dreckig, wenn man nen Schnupfen hat, sondern RICHTIG DRECKIG.
Ich bin nicht in der Lage so schnell zu denken und zu agieren, wie ich es von mir gewohnt bin, ich bin durchgehend müde, ich kann kaum reden, Paniken kamen heute mehrfach im 10Minuten takt erneut hoch, sitze apathisch in der Ecke und nehme nichts um mich herum wahr.
Ich bin einfach im Arsch und ich hoffe, dass es sich durch ein paar Tage Ruhe und soziale Isolation wieder richtet.
Auch wenn das Wochenende so anstrengend und schwer war, war es dennoch schön die Gesichter nochmal sehen zu können.
Bis zum nächsten mal...


(Grün geschriebenes beschreibt an dieser Stelle das typische Sicherheitsverhalten einer Angstneurose. Möglichst gute Vorbereitung zur Verhinderung/Verringerung des Worst Case)