Dienstag, 12. Juli 2011

Angst Tagebuch #004

Auch ich habe Durchhänger. Und heute ist so ein Tag. Seit ich aufgestanden bin, habe ich leichte Bauchschmerzen und mir ist übel :/.
Warum ausgerechnet übel? >.< Die Angst jeden Moment brechen zu können ist für mich der pure Horror.
In meinem Kopf gehe ich alle Szenarien durch, die sich abspielen könnten. Natürlich bin ich wieder bei den harten Sachen hängen und steiger mich in die Situation rein, bis ich Panik bekomme.
-Warum ist mir so schlecht?-
Warum mir schlecht ist, weiß ich leider nicht, aber meine Angst verstärkt es...
-Wovor habe ich eigentlich genau Angst?-
Nun ja wie bereits erwähnt, stellen sich in meinem Kopf verschiedene Bilder auf, die alle Möglichkeiten darstellen, was eventuell passieren könnte.
Von "Ok, ich lege mich hin, schlafe und morgens geht's mir besser!" bis hin zu "Beim übergeben verkrampft mein Hals und ich ersticke am Erbrochenem".. Leider sind die optimistischen Gedanken nicht die, die sich in den Vordergrund stellen.
Ich denke unbeabsichtigt nach. Alles was ich denke ist ein Automatismus, der sich in den letzten drei Jahren entwickelt hat.. Ich habe Angst und nichts scheint mir Ablenkung genug zu sein.. Wenn Ablenkung nicht hilft, versuche ich mir Hilfe von den Personen aus meinem Umfeld zu holen..
Da ich gewaltige Angst vor dem morgigen Tag habe und ich nicht diszipliniert genug dazu bin, es alleine auszuhalten, sitze ich bei Sera (Ihr kennt sie aus den Kommentaren) und lasse mich ein wenig bemuttern ;)
Ich hoffe doch sehr, dass ich euch morgen wieder schreiben kann...
Euer Sephi

Montag, 11. Juli 2011

Was nun?

ICH HABE MEINEN REALSCHULABSCHLUSS!!!!
Doch ich werde oft gefragt:
"Was machst du jetzt eigentlich nach der Schule?" Die Frage ist ja auch berechtigt.
Ich habe mir vorgenommen mich im nächsten halben Jahr (oder länger) mich vollständig meiner Krankheit zu widmen und sie endlich aus meinem Leben zu vertreiben.
Lang genug war ich Sklave und Gefangener meiner selbst. DAS HAT NUN EIN ENDE!
Ich werde euch natürlich dabei schön auf dem laufenden halten, wie es läuft und was bei mir gut funktioniert. =)
Also geht es bei mir jetzt erst so richtig los mit den Angstübungen ;)
Sobald ich dann einigermaßen stabil bin und es mir zu traue suche ich mich nach nem gescheiten Job um. Aber dazu dann mehr wenn es soweit ist.

Sonntag, 10. Juli 2011

Abstimmungsergebnis

Wer sich heute vielleicht gedacht hat: "Warum schreibt der lustige, sexy Kerl hinter der Tastatur heute nichts?" Ich wollte auf eure Abstimmung warten, die nun eine Woche lief. Es war eindeutig. Ihr wollt also mehr Informationen zu mir. Also dachte ich, dass ich wirklich dann auch direkt was schreiben kann ;).
Also stelle ich mich mal ein wenig vor:
Name: Mike R. Smith
Geboren am: 7.1.92 (Derzeitiges Alter: 19 Jahre)
Wohnhaft in: Wuppertal - Barmen
Augenfarbe: Braun
Haarfarbe: Schwarz
Beim schreiben fällt mir auf, dass ihr mich ja eigtl schon ein bisschen kennt. 
Ihr habt also mit 7 Stimmen gevotet, dass ihr mehr über mich wissen wollt. Aber was genau ist mehr? Und vor allem wie viel? ^^ 
Ich bitte euch, eure Ideen undVorstellungen unten in den Kommentaren hinterlassen und werde demnach einen neuen Post aufsetzen, der euch zufrieden stellen wird.

Freitag, 8. Juli 2011

Angst Tagebuch #003

Neuer tag. Neue Herausforderung. Mit diesem Gedanken wache ich auf. Relativ gut gelaunt schmeiße ich meinen stählernden durchtrainierten Körper unter die Dusche. Recht gut gelaunt Nehme ich mir vor in die Stadt zu fahren. Mit dem Bus, und das ALLEINE! Alleine bei dem Gedanken läuft es mir eiskalt den Rücken runter und ich fühle mich paralysiert.
Also mache ich mich auf den Weg und stehe ein paar Meter weiter auch schon an der Bushaltestelle.
Kloß im Hals. Angespannt. Das ist alles, was gerade in meinem Kopf vorgeht.
Die Bushaltestelle -Gott sei es gedankt- ist wie immer sehr leer. Demnach brauche ich mich nicht zu verstellen und niemandem kann es auffallen, dass mir nicht wohl ist. Der Bus kommt an und die Nervosität steigt sehr schnell sehr hoch. Ich steige ein und befürchte den "Super GAU". Indem ich von dem schlimmsten ausgehe, habe ich keine hohen Erwartungshaltungen und bin am Ende nicht enttäuscht, sollte es nicht klappen.
Nach ungefähr 2 Minuten bin ich erstaunlich entspannt und kann die Fahrt schon fast genießen. Wie man daraus ziehen kann: Wer fleißig übt, wird auch belohnt ;)
Ich fühle mich frei. Frei von Ängsten und Grenzen. Mir geht es richtig gut. Ich starre aus dem Fenster ohne einen Punkt zu fixieren. Einfach mal so vor mich hin.
Ich sehe die Stadt, die Autos und die Leute vorbei ziehen und denke, wie andere mit meiner Situation wohl umgehen würden. Dieser Gedanke wird direkt verworfen... Oder eher zerschmettert!
Denn der Bus hält an und eine Gruppe asozialer möchtegern Gangster steigt in den Bus... Ich schäme mich für meine Altersgenossen, wenn ich sowas sehe.. Sie laufen rum, als ob sie sich in die Hose gekackt haben und sehen schon fast geschlechtslos aus. Die Mädchen kleiden sich entweder wie halbe Prostituierte oder wie Kerle und die (eigentlichen) Kerle schminken sich und schmeißen sich Gesichtscreme auf die Haut wobei die Frisur aussieht als würden alle in den gleichen Hundesalon gehen.. Aber ich schweife ab. Ich entschließe mich mir zur Belohnung einen Burger zu kaufen. Voller Glückshormone im Arsch stehe ich vor'm Burger King und schaue in mein Portemonnaie. Zwiebelleder <.<
Also darf ich nochmal zum Geldautomaten rennen. 2 Leute vor mir. Ok. Dann dauert es eben. Aber aus einem mir unerklärlichen Grund steigt die Angst wieder minimal. Vielleicht, weil ich Warteschlangen mit Wartezwang verbinde und mich dann eingeengt fühle. Der Kerl vor mir stinkt wie Homer nach einer durchzechten Nacht bei Moe..
Letztendlich am Geldautomaten stehend fällt mir auf, dass der Alki vor mir auch hätte drankotzen können. Hätte wahrscheinlich keinen Unterschied gemacht...
Mit meinem Burger in der Hand und Kippengeld in der Tasche mache ich mich wieder auf den Weg nach Hause, mit dem Gedanken, diesen Tag nicht verschwendet zu haben.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Ich brauche eure Hilfe ^^

Ich habe vor mir ein neues Tattoo stechen zu lassen und nach stundenlanger Arbeit hätte ich bereits zwei ganz passable Vorlagen. Es ist meine eigene Kreation des Mal des Fluches und was das bedeuten soll ist ja eigentlich so ziemlich klar, denn sonst würde ich es nicht hier hin posten ;)
Bitte um eure unzensierte ehrliche Meinung.


€Dith:
Ok es hat sich erledigt. Ich habe mich für das obere entschieden, es jedoch noch ein wenig abgeändert =)
Da ist es:

Mittwoch, 6. Juli 2011

Angst Tagebuch #002

Gerade was gegessen.. Mir ist schlecht... Habe Angst und versuche es durch pures aushalten zum abklingen zu bringen. Aber NEIN! Genau jetzt soll ich in die Stadt fahren... Das kann ja was werden.. Bis wir fahren setze ich mich zu meinen Eltern. Kann ja nicht schaden, oder?
Natürlich muss jetzt auch noch die alte Nachbarin von oben rein kommen und nerven... Kann die nicht einfach umfallen? Zwischen dem "Wir wollen jetzt los." und  der tatsächlichen Abfahrt liegen totgeschlagene 45min... Die alte Dame hat die Zeit nicht gerade verkürzt <.<'...
Langeweile und das "genervt sein" übertrifft die Angst noch während der Fahrt. Und Anstatt über eine gelb gewordene Ampel zu fahren, tritt meine Mutter auf die Bremse wie von einer Wespe gestochen.. Kurz vor dem Ziel klettert die Angst hoch, doch während wir am Tattoo-Studio vorbeifahren sinkt sie für einen kurzen Moment, weil ich über meinen nächsten Besuch nachdenke ;P.
Der kurze Moment ist auch schon wieder vorbei und wir stehen eine Ampelkreuzung vom Parkplatz entfernt.
Die Übelkeit nimmt zu und ich befürchte ich muss mich übergeben. Doch, auch wenn mir jetzt kotzübel ist, ich schiss habe wie ein Hamster im Pumakäfig, habe ich mir vorgenommen das jetzt durch zu ziehen! Also geht es erstmal durch die Fußgängerpassage.
Nervöse Blicke meinerseits springen von Ecke zu Ecke und suchen unaufgefordert nach Fluchtmöglichkeiten und Zugangsstraßen für den RTW, sollte wirklich etwas passieren. Ich bin nervös. Nein! Ich bin verdammt angespannt!
Doch ich habe mich noch unter Kontrolle. Das innere Beast versucht Kontrolle von mir zu übernehmen.
Und was mache ich? Nichts. Einfach garnichts. Denn das innere bekämpfen der Angst ist nur ein unterdrücken und verschieben. Keine Eliminierung. Denn nur durch zulassen und abwarten verschwindet sie endgültig.
Nachdem wir meiner Mutter die Brille geholt haben, spazieren wir noch ein wenig durch die Passage und reden belanglosen Unfug. Auf dem Weg zurück musste ich natürlich nochmal in den Saturn ;P

 Im Laden muss ich dem Urgestein (meinen Eltern) den Unterschied zwischen MacBook und Notebook erklären. Nachdem sie auf "Rechtsklick-.-" nicht reagiert haben musste ich dann die ausführlichere Variante wählen und ehrlich gesagt bezweifel ich, dass das ganz hängen geblieben ist.
Mein Vater und meine Mutter wirken schon ziemlich genervt und ich höre auf zwischen dem Gamer-Stuff rum zu wühlen und wir machen uns auf den Weg nach Hause.

Dienstag, 5. Juli 2011

Das wilde Klinikleben

Nun denn wo fange ich da an?
Die erste Klinik, in der ich mich ca 5 Monate befand, war eine Kinder- & Jugendpsychiatrie. ( OMG PSYCHIATRIE!! GROßE VERSCHLOSSENE TÜREN!!!) Nein. SO wie man sich das vorstellt oder aus Klischees hört ist es eben nicht. Von der groben Theorie ist das eher ein betreutes Wohnen mit Krankenschwestern/Pflegern und Ärzten.
Am Anfang war das alles aber schon erschreckend.
-"Wie lief das denn da ab?"-
Nunja. Also erstmal stellst du dich da vor und handelst mit deinem Therapeuten einen Therapieplan, der bei mir ehrlich gesagt ein wenig übertrieben wurde.
Ich meine, 6 Übungen am Tag, die nicht weniger als 1 1/2 Stunden dauern durften? <.<' Erfahrungen gibts viele. Ob sie gut oder schlecht sind soll jeder selbst für sich beurteilen. Ich für meinen Teil würde jedem dazu raten diesen Schritt zu machen!
Auch wenn es eine anstrengende Zeit wird, und vielleicht nicht gerade immer sehr lustig, ist diese Erfahrung sehr wertvoll. Man lernt viel über die Krankheit, die Therapie und vor allem über sich selbst.
Aber es ist nicht direkt alles böse, schlimm und schwer. Ganz und Garnicht.
Zum Beispiel habe ich da eine sehr tolle Person kennengelernt ;P Aber mehr dazu schreibe ich hier nicht. ^^
Oder aber es entstehen in der Ergo-Therapie solche Fotos:
Die Wahl der Klinik ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Aspekt des Ganzen. Denn wenn die Klinik nicht gefällt und man dem Personal nicht genug traut kann man es direkt lassen.
Jedoch ist nicht alles was sie sagen richtig oder gut. Im Gegenteil.
Sie haben zwar Recht mit:
"Stell dich deinen Ängsten!" aber das muss echt nicht übertrieben werden. Zum Beispiel reicht es wenn ihr 6 mal in der Woche ne Übung für euch macht, zu der ihr motiviert seid und die euch ein gutes Gefühl gibt.
Lasst euch ruhig Zeit dabei aber bummelt nicht! ;) Bei Fragen wisst ihr ja wo die K.O.mmentare zu finden sind.
Lg
Euer Sephi